Regina Vonnahme (22) aus Waltrop gehört zum Orga-Team des Bergfests am Mittwoch.
Warme Lichterketten hängen zwischen Girlanden, irgendwo klirren Gläser, aus einer Box läuft Musik, Stimmen überlagern sich, Gelächter ist zu hören. Menschen stehen in kleinen Gruppen zusammen, manche kennen sich seit Jahren, andere lernen sich an diesem Abend zum ersten Mal kennen. Es ist kein Club und keine Privatparty, es ist das Bergfest der jungen Erwachsenen aus St. Peter.
„Für junge Erwachsene ab etwa 16 Jahren fehlte in Waltrop ein Angebot“, erzählt die Mitorganisatorin Regina Vonnnahme (3.v.l.).. Die 22-Jährige hatte wie viele junge Waltroper den Wunsch, einfach mal zusammenzukommen. „Der Wunsch nach Gemeinschaft war immer da“, sagt sie. Regina studiert Lehramt in Dortmund mit den Fächern Wirtschaft und Religion und ist seit Jahren in der Gemeinde aktiv, früher als Messdienerin, heute engagiert sie sich weiterhin ehrenamtlich. Sie kennt viele junge Leute, die sich einbringen wollten.
,,Die Frage war also, was können wir machen, unkompliziert und offen“. Die Antwort kam an einem Mittwoch. Oder besser gesagt: am Bergfest. Denn der Mittwoch steht für die Mitte der Woche, den kleinen Gipfel zwischen Alltag und Wochenende. Und wenn man sich dann auch noch in der Mitte des Monats, mitten in der Stadt trifft, passt der Name plötzlich doppelt und dreifach.
Das „Bergfest“ war geboren. „Viele junge Menschen haben an den Wochenenden auch schon andere Aufgaben, Verpflichtungen, Vereins- oder Familientreffen.“ Von Anfang an war klar, dass es kein klassischer Jugendtreff sein soll. Und auch kein Angebot nur für eine bestimmte Altersgruppe. Es kommen junge Erwachsene, Ältere, Nachbarn, Vereinsmitglieder, Neugierige. Genau diese bunte Mischung sei gewollt. Statt geschlossener Gruppen werden Türen geöffnet. Nicht nur im übertragenen Sinne. Das Bergfest findet im „Haus der Begegnung“ statt, in den Jugendräumen der Gemeinde. Die Atmosphäre ist locker. Chips auf den Tischen, selbstgemachte Deko, Girlanden, je nach Jahreszeit auch thematisch. Karneval kurz vor Weiberfastnacht gehört genauso dazu wie Sommerabende mit Lichterketten draußen.
Einsatz für junge Menschen
Es gibt Getränke an einer kleinen Theke, keinen Eintritt und günstige Preise. Und wenn am Ende Geld übrigbleibt, verschwindet es nicht still in einer Kasse. Im Gegenteil, es wird gespendet. „Bei jedem Bergfest kooperieren wir mit einem anderen Verein oder Projekt, am liebsten lokal, am besten mit Bezug zu jungen Menschen in Waltrop“, erklärt Regina. So profitieren Vereine, die sonst kaum Gelegenheit haben, sich zu präsentieren oder überhaupt zusammenzukommen. Sie bekommen nicht nur Raum, sondern auch Aufmerksamkeit und finanzielle Unterstützung. Ein Beispiel ist der Förderverein der Basketballabteilung des GV Waltrop, der sich mit den Einnahmen wiederum für neue Projekte einsetzt.
Das Konzept ist einfach, aber wirkungsvoll: „Wir organisieren ein Fest. Wir stellen Räume, Infrastruktur und Atmosphäre. Und die Stadtgemeinschaft kommt zusammen, besonders die jungen Leute.“
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